UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und verursachen vorzeitige Hautalterung, während UVB-Strahlen für Sonnenbrand verantwortlich sind. Beide erhöhen das Hautkrebsrisiko und erfordern daher einen angemessenen Sonnenschutz mit Breitband-Sonnenschutzmitteln.
Was sind ultraviolette (UV-)Strahlen und warum sind sie wichtig?
Ultraviolette (UV-)Strahlung stellt eine der größten Gefahren für die Hautgesundheit dar. Da die Haut das größte Organ des Körpers ist, ist es entscheidend, den Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen zu verstehen, um ein gesundes Hautgleichgewicht zu erhalten und langfristigen Schäden vorzubeugen.
Es gibt drei Arten von UV-Strahlung: UVA, UVB und UVC. UVC-Strahlen werden von der Ozonschicht blockiert und erreichen die Erdoberfläche nicht, daher liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen.
UVA-Strahlen: die „Alterungsstrahlen“
UVA-Strahlungseigenschaften (320-400 nm):
- Längere Wellenlänge als UVB
- Dringen tief in Epidermis und Dermis ein
- Den ganzen Tag über präsent, sogar am Morgen und späten Nachmittag.
- Durch die Fensterscheibe hindurchgehen
Wie UVA-Strahlen Ihre Haut beeinflussen
UVA-Strahlen werden weiter unterteilt in:
- UVA I (340-400 nm) - auch "fernes UVA" genannt
- UVA II (320-340 nm) - bekannt als "nahes UVA"
Die Haupteigenschaft von UVA-Strahlen ist ihre Fähigkeit, tief in die Haut einzudringen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass wiederholte Expositionen gegenüber niedrigen Dosen von UVA-Strahlung beim Menschen mit signifikanten histologischen Veränderungen sowohl in der Dermis als auch in der Epidermis einhergehen.
Wichtig: Auch hochgradig lichtempfindliche Patienten können in Innenräumen Probleme haben, da UVA-Strahlen durch Fensterglas dringen können.
UVB-Strahlen: die „Verbrennungsstrahlen“
Eigenschaften der UVB-Strahlung (290-320 nm):
- Kürzere Wellenlänge im Vergleich zu UVA
- Hauptverantwortlich für Sonnenbrand
- Wird von den meisten Autoscheiben und Fenstern blockiert
- Am intensivsten während der Mittagszeit.
Die positive Rolle von UVB-Strahlen bei der Vitamin-D-Synthese
Nicht alle Auswirkungen von UVB-Strahlen sind negativ. Tatsächlich ist UVB-Strahlung für die Vitamin-D-Synthese unerlässlich. In der Epidermis wird 7-Dehydrocholesterol genau durch UVB-Strahlung in Vitamin D (Cholecalciferol) umgewandelt.
Vitamin D ist entscheidend für:
- Kalziumaufnahme aus dem Darmtrakt
- Starke Knochen erhalten
- Vorbeugung von Rachitis bei Kindern
- Vorbeugung von Osteomalazie bei Erwachsenen
Schädliche Auswirkungen von UV-Strahlung auf die Haut
Sofortige und langfristige Hautschädigung
Chronische Sonneneinstrahlung verursacht mehrere wissenschaftlich belegte negative Auswirkungen:
Wichtiger Fakt: Die Nutzung von Solarien vor dem 35. Lebensjahr erhöht das Risiko für ein Hautmelanom um 75 %.
Die richtige Sonnenschutzwahl
Lichtschutzfaktor und Breitbandschutz
Der Lichtschutzfaktor (LSF) misst in erster Linie die Absorption von UVB-Strahlen:

SPF 15
93,3 %
UVB-Schutz
SPF 30
96,7 %
UVB-Schutz
SPF 50
98%
UVB-Schutz
Arten von Sonnenschutzfiltern
Chemische Sonnenschutzmittel: organische aromatische Verbindungen, die hochintensive UV-Strahlung absorbieren und in längere, energieärmere Wellenlängen umwandeln.
Physikalische Sonnenschutzmittel: anorganische Verbindungen wie Titandioxid und Zinkoxid, die UV-Strahlung reflektieren, streuen und/oder absorbieren.
Inhaltsstoffe zum Schutz vor UVB-B-Blättern
- Padimate O
- Octinoxate
- Octisalate
- Octocrylene
- Ensulizole
Inhaltsstoffe zum Schutz vor UVA-Strahlung
- Oxybenzone
- Meradimate
- Avobenzene
- Terephthalylidendicamphersulfonsäure
Bewährte Methoden zum Sonnenschutz
Goldene Regeln für die Anwendung von Sonnenschutzmitteln
- 15-30 Minuten vor dem Sonnenbaden auftragen
- Alle 2 Stunden oder beim Schwimmen häufiger erneut auftragen
- Verwenden Sie Breitbandprodukte mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15
- Vergessen Sie nicht Lippen, Ohren, Hals, Dekolleté und Kopfhaut
Wann ist Sonnenschutz am wichtigsten?
Sonnenschutzmittel sind besonders wichtig:
- April bis Oktober
- Zwischen 10 und 14 Uhr (Stunden mit der höchsten UV-Intensität)
- Selbst an bewölkten Tagen (bis zu 80 % der UV-Strahlen durchdringen Wolken)
- Während der Fahrt (UVA-Strahlen dringen durch die Autoscheiben)
Nebenwirkungen und Lösungen für Sonnenschutzmittel
In einer Langzeitstudie mit 603 Probanden, die täglich Sonnenschutzmittel anwendeten, entwickelten 19 % Nebenwirkungen, die mehrheitlich reizend waren. Häufige Probleme sind:
- Stechen oder Brennen im Bereich des Auges
- Kontaktdermatitis, verursacht durch PABA, PABA-Ester, Benzophenone
- Akneausbrüche werden hauptsächlich durch das Fahrzeug und weniger durch die Wirkstoffe verursacht
Lösung: Wählen Sie Gele oder Sprays mit geringerem Ölanteil, wenn Sie zu fettiger oder zu Akne neigender Haut neigen.
In Europa verbotene Sonnenschutzfilter: Was sollte man vermeiden?
Bestimmte chemische Sonnenschutzfilter wurden in Europa aufgrund potenzieller Gesundheitsrisiken und Umweltbedenken verboten oder eingeschränkt. Hier die wichtigsten:
- Oxybenzone (Benzophenone-3)
- Stört das endokrine System und beeinträchtigt den Hormonhaushalt.
- Schadet Korallenriffen und trägt so zur Degradierung mariner Ökosysteme bei.
- Octinoxate (Ethylhexyl Methoxycinnamate)
- Steht im Zusammenhang mit hormonellen Störungen und beeinträchtigt das endokrine System.
- In einigen europäischen Ländern aufgrund seiner Umweltauswirkungen verboten.
- Homosalate
- Wird derzeit auf mögliche negative Auswirkungen auf die Hormonregulation geprüft
- Kann sich im Körper anreichern und zu hormonellen Ungleichgewichten führen
- Octocrylene
- Zerfällt in Benzophenon, eine umstrittene Substanz
- Kann Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen
- Avobenzone
- Instabil gegenüber Sonnenlicht, wodurch freie Radikale entstehen
- Kann mit Chlor reagieren und zu Hautreizungen führen
Neue FDA-Vorschriften für Sonnenschutzmittel
Im Juni 2011 führte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) neue Richtlinien für die Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln ein:
- Breitband-Definition: UVA-Schutz, der proportional zum UVB-Schutz zunimmt
- Obligatorische Warnhinweise für Produkte mit einem Lichtschutzfaktor unter 15
- Verbot von Begriffen wie „wasserdicht“ und „ganztägiger Schutz“
- Angabe zur Dauer der Wasserdichtigkeit (40 oder 80 Minuten)
Sonnenschutz-Fahrzeugtypen
- Lotionen (Öl-in-Wasser/Wasser-in-Öl)
- Die gebräuchlichste Formel lässt sich leicht auftragen, kann sich aber auf der Haut fettig anfühlen
- Die Varianten „Sport“ oder „Ultra-Sheer“ bieten eine leichtere Textur und fetten weniger auf der Haut
- Gel
- Formel auf Wasserbasis, zieht schnell ein, perfekt für fettige Haut
- Weniger fettig, lässt sich aber leicht durch Schweiß abwaschen, sodass häufiges Nachcremen erforderlich ist
- Sprays
- Ideal zum Schutz der Kopfhaut, leicht auf schwer erreichbaren Stellen anzuwenden
- Lässt sich schwer gleichmäßig auftragen, daher empfiehlt es sich, mehrere Schichten aufzutragen und gut zu verblenden, um einen vollständigen Schutz zu gewährleisten
- Stöcke
- Lipidbasierte Formeln, ideal für Lippen, Nase und Augenpartie
- Kompakt, abfallfrei und praktisch für die Anwendung unterwegs
- Kosmetika
- Eine Foundation mit Lichtschutzfaktor 4-30 bietet täglichen Sonnenschutz mit matter Deckkraft, ist aber möglicherweise nicht ausreichend für längere Sonneneinstrahlung
- Tipp: Tragen Sie vor dem Schminken zuerst eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 auf, um optimalen Schutz zu gewährleisten.
💡 Tipp: Wählen Sie für einen aktiven Lebensstil und bei starkem Schwitzen eine wasserfeste Sonnencreme, um einen lang anhaltenden Schutz ohne häufiges Nachcremen zu gewährleisten.
Fazit: Sonnenschutz als Investition in die Gesundheit
Das Verständnis des Unterschieds zwischen UVA- und UVB-Strahlen ist der erste Schritt zu einem wirksamen Sonnenschutz. Während UVB-Strahlen sofortigen Sonnenbrand verursachen, richten UVA-Strahlen kumulative Schäden an, die sich mit der Zeit in vorzeitiger Hautalterung und einem erhöhten Hautkrebsrisiko äußern.
Die regelmäßige Anwendung von Breitband-Sonnenschutzmitteln mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15, kombiniert mit schützender Kleidung und dem Vermeiden der Mittagssonne, stellt derzeit die beste vorbeugende Maßnahme zur Erhaltung der Hautgesundheit dar.
Denken Sie daran: Wer heute in Sonnenschutz investiert, bewahrt die Gesundheit und Schönheit seiner Haut für die Zukunft.
Wichtige Punkte, die Sie sich merken sollten
- UVA-Strahlen verursachen Hautalterung, UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand
- Beide erhöhen das Hautkrebsrisiko signifikant
- Verwenden Sie immer Breitbandschutz
- Sonnenschutzmittel alle 2 Stunden erneut auftragen.
- Schützen Sie Ihre Haut das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.
- Benutzen Sie niemals Solarien oder Höhensonnen.
Literatur
- Dale Wilson B, Moon S, Armstrong F. Comprehensive review of ultraviolet radiation and the current status on sunscreens. J Clin Aesthet Dermatol. 2012 Sep;5(9):18-23. PMID: 23050030; PMCID: PMC3460660.
- Brar G, Dhaliwal A, Brar AS, Sreedevi M, Ahmadi Y, Irfan M, Golbari R, Zumárraga D, Yateem D, Lysak Y, Abarca-Pineda YA. A Comprehensive Review of the Role of UV Radiation in Photoaging Processes Between Different Types of Skin. Cureus. 2025 Mar 24;17(3):e81109. doi: 10.7759/cureus.81109. PMID: 40276407; PMCID: PMC12018068.
