UVA‑ vs. UVB‑Strahlen: umfassender Leitfaden zum Verständnis von UV‑Strahlung und Sonnenschutz

1. Juni 2025 durch
UVA‑ vs. UVB‑Strahlen: umfassender Leitfaden zum Verständnis von UV‑Strahlung und Sonnenschutz
LASART S.R.L.


UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und verursachen vorzeitige Hautalterung, während UVB-Strahlen für Sonnenbrand verantwortlich sind. Beide erhöhen das Hautkrebsrisiko und erfordern daher einen angemessenen Sonnenschutz mit Breitband-Sonnenschutzmitteln.


Was sind ultraviolette (UV-)Strahlen und warum sind sie wichtig?

Ultraviolette (UV-)Strahlung stellt eine der größten Gefahren für die Hautgesundheit dar. Da die Haut das größte Organ des Körpers ist, ist es entscheidend, den Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen zu verstehen, um ein gesundes Hautgleichgewicht zu erhalten und langfristigen Schäden vorzubeugen. 

Es gibt drei Arten von UV-Strahlung: UVA, UVB und UVC. UVC-Strahlen werden von der Ozonschicht blockiert und erreichen die Erdoberfläche nicht, daher liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen.


UVA-Strahlen: die „Alterungsstrahlen“

UVA-Strahlungseigenschaften (320-400 nm):

  • Längere Wellenlänge als UVB
  • Dringen tief in Epidermis und Dermis ein
  • Den ganzen Tag über präsent, sogar am Morgen und späten Nachmittag.
  • Durch die Fensterscheibe hindurchgehen

Wie UVA-Strahlen Ihre Haut beeinflussen

UVA-Strahlen werden weiter unterteilt in:

  • UVA I (340-400 nm) - auch "fernes UVA" genannt
  • UVA II (320-340 nm) - bekannt als "nahes UVA"

Die Haupteigenschaft von UVA-Strahlen ist ihre Fähigkeit, tief in die Haut einzudringen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass wiederholte Expositionen gegenüber niedrigen Dosen von UVA-Strahlung beim Menschen mit signifikanten histologischen Veränderungen sowohl in der Dermis als auch in der Epidermis einhergehen. 

Wichtig: Auch hochgradig lichtempfindliche Patienten können in Innenräumen Probleme haben, da UVA-Strahlen durch Fensterglas dringen können.


UVB-Strahlen: die „Verbrennungsstrahlen“

Eigenschaften der UVB-Strahlung (290-320 nm):

  • Kürzere Wellenlänge im Vergleich zu UVA
  • Hauptverantwortlich für Sonnenbrand
  • Wird von den meisten Autoscheiben und Fenstern blockiert
  • Am intensivsten während der Mittagszeit.

Die positive Rolle von UVB-Strahlen bei der Vitamin-D-Synthese

Nicht alle Auswirkungen von UVB-Strahlen sind negativ. Tatsächlich ist UVB-Strahlung für die Vitamin-D-Synthese unerlässlich. In der Epidermis wird 7-Dehydrocholesterol genau durch UVB-Strahlung in Vitamin D (Cholecalciferol) umgewandelt. 

Vitamin D ist entscheidend für:

  • Kalziumaufnahme aus dem Darmtrakt
  • Starke Knochen erhalten
  • Vorbeugung von Rachitis bei Kindern
  • Vorbeugung von Osteomalazie bei Erwachsenen


Schädliche Auswirkungen von UV-Strahlung auf die Haut

Sofortige und langfristige Hautschädigung

UVA- und UVB-Strahlen und die Haut

Immunsuppression​


Verminderte Immunantwort


Hauttumoren


Präkanzeröse und kanzeröse Läsionen 


Vorzeitiges Altern


Falten, Elastizitätsverlust​

Chronische Sonneneinstrahlung verursacht mehrere wissenschaftlich belegte negative Auswirkungen:

Dermatoskopische Untersuchung der Haut zur Früherkennung von Hautkrebs

Hautkrebs und UV-Strahlung

Basalzellkarzinom (BCC): die häufigste Form von Hautkrebs, die vorwiegend Gesicht und Kopf betrifft. Bei Menschen mit heller Hautfarbe liegt das Lebenszeitrisiko, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken, bei 30 %.

Plattenepithelkarzinom (SCC): Der wichtigste Risikofaktor ist die kumulative Sonnenschädigung. In einer Fall-Kontroll-Studie war das Risiko bei Personen mit mehr als 30.000 Stunden kumulativer Sonnenexposition im Laufe ihres Lebens am höchsten.

Melanom: die gefährlichste Form von Hautkrebs. Intensive und wiederholte Sonneneinstrahlung in jungen Jahren erhöht das Melanomrisiko deutlich. Personen, die in ihrer Kindheit oder Jugend fünf oder mehr schwere Sonnenbrände erlitten haben, haben ein schätzungsweise doppelt so hohes Risiko, an einem Melanom zu erkranken.


Wichtiger Fakt: Die Nutzung von Solarien vor dem 35. Lebensjahr erhöht das Risiko für ein Hautmelanom um 75 %.



Die richtige Sonnenschutzwahl

Lichtschutzfaktor und Breitbandschutz

Der Lichtschutzfaktor (LSF) misst in erster Linie die Absorption von UVB-Strahlen:

Sonnenstrahlen mit Darstellung von UVA‑ und UVB‑Strahlung

SPF 15


93,3 % 
UVB-Schutz

SPF 30


96,7 % 
UVB-Schutz

SPF 50


98% 
UVB-Schutz​


Arten von Sonnenschutzfiltern 

Chemische Sonnenschutzmittel: organische aromatische Verbindungen, die hochintensive UV-Strahlung absorbieren und in längere, energieärmere Wellenlängen umwandeln.

Physikalische Sonnenschutzmittel: anorganische Verbindungen wie Titandioxid und Zinkoxid, die UV-Strahlung reflektieren, streuen und/oder absorbieren.


Inhaltsstoffe zum Schutz vor UVB-B-Blättern


  • Padimate O
  • Octinoxate
  • Octisalate
  • Octocrylene
  • Ensulizole

Inhaltsstoffe zum Schutz vor UVA-Strahlung


  • Oxybenzone
  • Meradimate
  • Avobenzene
  • Terephthalylidendicamphersulfonsäure



Bewährte Methoden zum Sonnenschutz

Goldene Regeln für die Anwendung von Sonnenschutzmitteln

  • 15-30 Minuten vor dem Sonnenbaden auftragen
  • Alle 2 Stunden oder beim Schwimmen häufiger erneut auftragen
  • Verwenden Sie Breitbandprodukte mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15
  • Vergessen Sie nicht Lippen, Ohren, Hals, Dekolleté und Kopfhaut

Melicor Broad Spectrum Sunscreen – Flakon und Creme


Wann ist Sonnenschutz am wichtigsten?

Sonnenschutzmittel sind besonders wichtig:

  • April bis Oktober
  • Zwischen 10 und 14 Uhr (Stunden mit der höchsten UV-Intensität)
  • Selbst an bewölkten Tagen (bis zu 80 % der UV-Strahlen durchdringen Wolken)
  • Während der Fahrt (UVA-Strahlen dringen durch die Autoscheiben)


Nebenwirkungen und Lösungen für Sonnenschutzmittel

In einer Langzeitstudie mit 603 Probanden, die täglich Sonnenschutzmittel anwendeten, entwickelten 19 % Nebenwirkungen, die mehrheitlich reizend waren. Häufige Probleme sind:

  • Stechen oder Brennen im Bereich des Auges
  • Kontaktdermatitis, verursacht durch PABA, PABA-Ester, Benzophenone
  • Akneausbrüche werden hauptsächlich durch das Fahrzeug und weniger durch die Wirkstoffe verursacht
Lösung: Wählen Sie Gele oder Sprays mit geringerem Ölanteil, wenn Sie zu fettiger oder zu Akne neigender Haut neigen.



In Europa verbotene Sonnenschutzfilter: Was sollte man vermeiden?

Bestimmte chemische Sonnenschutzfilter wurden in Europa aufgrund potenzieller Gesundheitsrisiken und Umweltbedenken verboten oder eingeschränkt. Hier die wichtigsten:

  1. Oxybenzone (Benzophenone-3)
    • Stört das endokrine System und beeinträchtigt den Hormonhaushalt.
    • Schadet Korallenriffen und trägt so zur Degradierung mariner Ökosysteme bei.
  2. Octinoxate (Ethylhexyl Methoxycinnamate)
    • Steht im Zusammenhang mit hormonellen Störungen und beeinträchtigt das endokrine System.
    • In einigen europäischen Ländern aufgrund seiner Umweltauswirkungen verboten.
  3. Homosalate
    • Wird derzeit auf mögliche negative Auswirkungen auf die Hormonregulation geprüft
    • Kann sich im Körper anreichern und zu hormonellen Ungleichgewichten führen
  4. Octocrylene
    • Zerfällt in Benzophenon, eine umstrittene Substanz
    • Kann Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen 
  5. Avobenzone
    • Instabil gegenüber Sonnenlicht, wodurch freie Radikale entstehen
    • Kann mit Chlor reagieren und zu Hautreizungen führen


Neue FDA-Vorschriften für Sonnenschutzmittel

Im Juni 2011 führte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) neue Richtlinien für die Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln ein:

  • Breitband-Definition: UVA-Schutz, der proportional zum UVB-Schutz zunimmt
  • Obligatorische Warnhinweise für Produkte mit einem Lichtschutzfaktor unter 15
  • Verbot von Begriffen wie „wasserdicht“ und „ganztägiger Schutz“
  • Angabe zur Dauer der Wasserdichtigkeit (40 oder 80 Minuten)


Sonnenschutz-Fahrzeugtypen

  • Lotionen (Öl-in-Wasser/Wasser-in-Öl)
    • Die gebräuchlichste Formel lässt sich leicht auftragen, kann sich aber auf der Haut fettig anfühlen
    • Die Varianten „Sport“ oder „Ultra-Sheer“ bieten eine leichtere Textur und fetten weniger auf der Haut
  • Gel
    • Formel auf Wasserbasis, zieht schnell ein, perfekt für fettige Haut
    • Weniger fettig, lässt sich aber leicht durch Schweiß abwaschen, sodass häufiges Nachcremen erforderlich ist​
  • Sprays
    • Ideal zum Schutz der Kopfhaut, leicht auf schwer erreichbaren Stellen anzuwenden
    • Lässt sich schwer gleichmäßig auftragen, daher empfiehlt es sich, mehrere Schichten aufzutragen und gut zu verblenden, um einen vollständigen Schutz zu gewährleisten
  • Stöcke
    • Lipidbasierte Formeln, ideal für Lippen, Nase und Augenpartie
    • Kompakt, abfallfrei und praktisch für die Anwendung unterwegs
  • Kosmetika
    • Eine Foundation mit Lichtschutzfaktor 4-30 bietet täglichen Sonnenschutz mit matter Deckkraft, ist aber möglicherweise nicht ausreichend für längere Sonneneinstrahlung
    • Tipp: Tragen Sie vor dem Schminken zuerst eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50  auf, um optimalen Schutz zu  gewährleisten.

💡 Tipp: Wählen Sie für einen aktiven Lebensstil und bei starkem Schwitzen eine wasserfeste Sonnencreme, um einen lang anhaltenden Schutz ohne häufiges Nachcremen zu gewährleisten.


Fazit: Sonnenschutz als Investition in die Gesundheit

Das Verständnis des Unterschieds zwischen UVA- und UVB-Strahlen ist der erste Schritt zu einem wirksamen Sonnenschutz. Während UVB-Strahlen sofortigen Sonnenbrand verursachen, richten UVA-Strahlen kumulative Schäden an, die sich mit der Zeit in vorzeitiger Hautalterung und einem erhöhten Hautkrebsrisiko äußern.

Die regelmäßige Anwendung von Breitband-Sonnenschutzmitteln mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15, kombiniert mit schützender Kleidung und dem Vermeiden der Mittagssonne, stellt derzeit die beste vorbeugende Maßnahme zur Erhaltung der Hautgesundheit dar.

Denken Sie daran: Wer heute in Sonnenschutz investiert, bewahrt die Gesundheit und Schönheit seiner Haut für die Zukunft.


Wichtige Punkte, die Sie sich merken sollten

  • UVA-Strahlen verursachen Hautalterung, UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand
  • Beide erhöhen das Hautkrebsrisiko signifikant
  • Verwenden Sie immer Breitbandschutz
  • Sonnenschutzmittel alle 2 Stunden erneut auftragen.
  • Schützen Sie Ihre Haut das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.
  • Benutzen Sie niemals Solarien oder Höhensonnen.


Literatur

  1. Dale Wilson B, Moon S, Armstrong F. Comprehensive review of ultraviolet radiation and the current status on sunscreens. J Clin Aesthet Dermatol. 2012 Sep;5(9):18-23. PMID: 23050030; PMCID: PMC3460660.
  2. Brar G, Dhaliwal A, Brar AS, Sreedevi M, Ahmadi Y, Irfan M, Golbari R, Zumárraga D, Yateem D, Lysak Y, Abarca-Pineda YA. A Comprehensive Review of the Role of UV Radiation in Photoaging Processes Between Different Types of Skin. Cureus. 2025 Mar 24;17(3):e81109. doi: 10.7759/cureus.81109. PMID: 40276407; PMCID: PMC12018068.
ARTIKEL TEILEN
ETIKETTEN